ANKLANG – ARCHIV DER WÜNSCHE
ANKLANG – ARCHIV DER WÜNSCHE
Ein inklusives Partizipations-Projekt
2025 | Intervention und Installation im öffentlichen Raum, Kunstfest Weimar 2025
Eine Kooperation von Konzeptkünstlerin Cosima Göpfert und des Lebenshilfe-Werks Apolda / Weimar e.V.
> Info-Broschüre > Programmflyer Kunstfest
Man kann Gesellschaft als eine Art gemeinsamen Klang verstehen. Dieser Klang ist vielfältig, wandelbar, durchlässig – ein Zusammenspiel aus Stimmen, Gedanken, Wünschen. Mit dem Projekt ANKLANG entstand eine Momentaufnahme dieser Gegenwart: Mitarbeitende des Lebenshilfe-Werks Apolda/Weimar e. V. begaben sich mit Konzeptkünstlerin Cosima Göpfert an öffentliche wie private Orte – auf Straßen und Plätze, in Geschäfte, Stadtparlamente und Cafés – und sammelten Antworten auf zentrale Zukunftsfragen: Wie wollen wir leben? Welche Visionen tragen wir in uns? Was soll bleiben, was sich ändern?
Die Wünsche wurden ad hoc über unsere Prozession gesammelt und von den Passanten eigens auf vorbereitete Keramik-Platten geschrieben. Jede Rückmeldung, auf wenige Worte verdichtet, wurde schließlich in der Pergola am Weimarer Frauenplan, gegenüber des Goethehauses Teil einer poetischen Klanginstallation.
Es entstand ein offenes Archiv kollektiver Zukunftswünsche – ein Zeichen der Teilhabe, ein Resonanzraum der Hoffnung. ANKLANG als Ausdruck eines kulturellen Miteinanders, das erlebbar und erfahrbar wird.
Unser herzlicher Dank gilt der
Landeszentrale für politische Bildung Thüringen
ANKLANG – ARCHIV DER WÜNSCHE
Momentaufnahme der Gegenwart
An drei Terminen zog unsere Prozession während des Kunstfestes durch die Weimarer Innenstadt und sammelte Wünsche und Hoffnungen ein, die Passanten eigens auf vorbereitete Keramik-Platten schrieben. Später wurden diese Wünsche fest eingebrannt und zu einer langen Wunsch-Kette zusammengefügt.
Termine: 20. August 2025, 18.30 Uhr | 21. August 2025 – ab 10 Uhr | 22. August 2025 – ab 10 Uhr
> Info-Broschüre
ANKLANG – ARCHIV DER WÜNSCHE
Inklusion als Aufgabe unserer Gesellschaft
Ob in der Bildung, auf dem Arbeitsmarkt oder im Gesundheitswesen – in vielen zentralen Bereichen des täglichen Lebens ist die Inklusion von Menschen mit Behinderungen mehr Wunsch als Wirklichkeit. Dabei handelt es sich bei Inklusion
nicht nur um den Abbau von Hürden im Sinne der Barrierefreiheit, sondern um eine normative gesellschaftliche Aufgabe, die letztlich über die Legitimität unseres demokratischen Systems entscheidet und Antworten auf die Frage bietet:
Wie wollen wir Jetzt und in Zukunft miteinander leben?
Mit Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) 2009 ist Inklusion als Ausformung des Menschenrechts auf Gleichberechtigung zu verstehen, die die Überwindung der Ausgrenzung und der Beschränkung der Beteiligungsmöglichkeiten als gesellschaftliche Aufgabe definiert. Kennzeichnend ist dabei nicht nur die Öffnung von gesellschaftlichen Organisationen und Infrastrukturen oder die Vermeidung der Diskriminierung, sondern auch die Qualität der gesellschaftlichen Teilhabe sowie das subjektive Zugehörigkeitsempfinden. Inklusion als Zustand und als Prozess wird dadurch beschrieben, ob und inwieweit Wechselseitigkeit zwischen Menschen gegeben ist,
sich verändert und Bürgerrechte zuerkannt sind. Auch wenn diese nicht von jedem
in gleichem Maße wahrgenommen werden, müssen sie doch jedem in selber Form zugestanden sein. So legitimiert sich die politische Macht in einer Demokratie, die auf dem Willen aller Bürger*innen beruht.
Wie wollen wir also in Zukunft miteinander leben, kommunizieren und mit anderen Menschen ANKLANG finden? Bei der Suche nach Antworten auf diese Fragen kann und sollte der Wert Inklusion stets Kompass sein.
Franziska Gräfenhan, Landeszentrale für politische Bildung Thüringen